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Knights of the Temple: Infernal Crusade

Es gibt viele Mythen und Geschichten rund um die Tempelritter. Doch die religiösen Geschehnisse wurden sicher noch nie so dargestellt wie in Knights of the Temple.

Als sein Vater in einem Kreuzzug getötet wird, entschließt sich der junge Paul ebenfalls den Tempelrittern beizutreten. Er erlernt dort nicht nur den Glauben, sondern auch die Kampfkunst. Und genau diese wird er früher benötigen als er dachte. In einem Brief schreibt eine verzweifelte Frau, dass ihre Tochter Adelle verschwunden sein. Adelle ist aber kein normales Mädchen. Sie hat besondere Glaubenskräfte. Mit Hilfe dieser Kräfte will Lord Bischof, der sie entführt hat, sämtliche Glaubenseinrichtungen beschwören und in teuflischen Brutstätten umwandeln. Das kann der frischgebackene Tempelritter, Paul, natürlich nicht zulassen. Also macht er sich auf den Weg, Adelle zu retten und Lord Bischof das Handwerk zu legen.

Die Story klingt im ersten Moment doch sehr durchschnittlich. Junges hübsches Mädchen wird entführt, der starke Edelritter kommt um sie zu retten und dann wird nebenbei noch der Bösewicht erledigt. Doch ganz so durchschnittlich, wie die Story im ersten Moment klingt, ist sie dann doch nicht. Denn dank der Tempelritter bekommt das ganze einen mysteriösen Beigeschmack. Man weiß nie so genau, was als nächstes passieren wird – und das hilft der Spannung der Story doch sehr.

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Gameplay

Eigentlich kennt man Mönche ja als ruhige Zeitgenossen. Doch was passiert, wenn sie mit einem Fluch belegt werden, sieht man in diesem Spiel. Sie versuchen mit aller Macht und vor allem mit Waffengewalt einen daran zu hindern, den Aufenthaltsort von Lord Bischof ausfindig zu machen. Doch glücklicherweise ist man als Tempelritter nicht unbewaffnet.

Es gibt vier Arten von Waffen: Schwerter, Äxte, Stäbe und als Fernwaffe dienen Pfeil und Bogen. Im Laufe des Siels findet man immer wieder neue und vor allem bessere Waffen. Meistens lassen getötete Gegner Waffen fallen, oder man findet sie so, verstreut in den Leveln. Man kann immer nur vier Waffen gleichzeitig tragen, von jeder Waffengattung eine. Wenn man also eine neue bessere Waffe findet, wird diese automatisch aufgehoben und die alte Waffe ist dann weg, man bekommt sie also nicht mehr zurück. Aber wer will auch schon eine schlechtere Waffe wieder zurück haben!

Leider haben die Waffen keine Stärkeeigenschaften. Man weiß also nie genau, was die neue Waffe den jetzt so tolles kann. Aber im Endeffekt ist das auch nicht so entscheidend. Denn ob man jetzt mit einem Langschwert oder einer Breitaxt zuschlägt, die Waffen füllen sich alle ziemlich identisch an. Was sehr schade ist, ist dass es sehr schön gewesen wäre, wenn die unterschiedlichen Waffentypen auch unterschiedliche Eigenschaften gehabt hätten. Wie zum Beispiel, dass man mit einem leichten kleinen Schwert zwar nicht so stark, aber dafür umso schneller zuschlagen könnte. Und mit einer riesigen zweihändigen Streitaxt würde man ordentlich Schaden anrichten, aber müsste dann Nachteile in der Geschwindigkeit einbüssen. Doch leider wurde so ein Feature nicht eingebaut.

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Neben den Handwaffen gibt es auch noch ein bisschen Magie. Es gibt insgesamt nur vier Zaubersprüche, die man in Form von Gebeten anwendet. Die Selbstheilung, das heilige Schutzschild, der heilige Blitz und der heilige Segen. Nach den ersten vier erfolgreich abgeschlossenen Missionen, lernt man jeweils ein neues Gebet. Als erstes lernt man die Selbstheilung, was wirklich sehr nützlich ist, da die Kämpfe durchaus fordernd sind. Was man vor allem der sehr guten Gegner KI zu verdanken hat.

Jeder Gegnertyp benötigt eine unterschiedliche Angriffstaktik. Es funktioniert also nicht, einfach wild drauf los zu prügeln, da viele Gegner Schläge blocken oder mit Schlagkombos einem kräftig einheizen. Aber glücklicherweise besitzt man auch selber einige Kombos. Es gibt Standartkombos, die man im Laufe des Spiels erlernt. Man aktiviert diese, indem man die Knöpfe in einer bestimmten Reinfolge drückt, so wie man es aus anderen Spielen her kennt. Aber es gibt noch vier Spezialkombos. Dies sind besonders stärke Schläge. Es gibt zum Beispiel den Blockbrecher. Wie der Name schon sagt, kann man so den Block eines Gegners durchbrechen und in so verwunden. Da es aber zu einfach wäre, wenn man die Spezialkombos die ganze Zeit einsetzen könnte, haben die Entwickler eine Statusanzeige eingebaut. Mit jeder Spezialkombo, die man ausführt, verringert sich die Anzeige. Man kann so maximal drei Spezialkombos hintereinander ausführen. Ist die Leiste einmal leer, füllt sie sich wieder automatisch langsam auf.

So ein ähnliches Prinzip haben sich die Entwickler auch bei den Gebeten einfallen lassen. Es gibt eine Leiste, in der sind vier Kammern. Mit jeder gefüllten Kammer kann man ein Gebet sprechen. Die einzelnen Kammern füllen sich wieder, sobald man einen Gegner getötet hat. Umso stärker der Gegner ist, desto mehr Kammern füllen sich.

Neben den Kämpfen gibt es noch ein weiters Spielprinzip. Und zwar kleinere Rätseleinlagen. Man muss zum Beispiel drei Scheiben so ausrichten, dass sie einer Sternenkarte entsprechen. Diese Rätseleinlagen kommen zwar sehr selten vor, sind aber durchaus anspruchsvoll und lockern das Spielgeschehen etwas auf.

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Atmosphäre

Im laufe der 29 Level kommt man an sehr unterschiedliche Orte. Man beginnt in beschaulichen Klostern und Dörfern. Dann geht es weiter über orientalische Basare, durch dunkle Pfade der Hölle, bis hin zum Endkampf mit Lord Bischof, der auf den Trutzbergen der Kreuzritter stattfindet. Die einzelnen Schauplätze sind sehr detailliert gestaltet und grafisch äußerst ansprechend. Vor allem die Innenlevel sehen sehr schön aus, mit ihren hochauflösenden Texturen. Die Aussenlevel fallen dagegen leider ein bisschen ab. Sie sind bei weitem nicht so detailliert und wirken teilweise etwas trist. Zu den Animationen kann man nur eins sagen: genial. Die 160 verschiedenen Kampfanimationen sehen perfekt aus. Sie sind äußerst flüssig und gehen sehr gut ineinander über. Die Kämpfe wirken dadurch sehr dynamisch und abwechslungsreich. Trotz der vielen verschiedenen Kampfanimationen kommt es im gesamten Spiel zu keinen Clippingfehlern.

Ein weiterer Blickfang sind die Charaktermodelle. Zu Beginn jeder Mission bekommt man eine neue Rüstung spendiert, die von Mission zu Mission immer imposanter wird. Man sieht dem Charaktermodel an, wie der Spieler im Laufe des Spiels stärker und vor allem mutiger wird. Aber auch die Gegner sind optisch sehr gelungen. Es gibt insgesamt 40 verschiedene Gegner, die alle verschieden Kampfanimationen besitzen. Die Mönche in den Klostern zum Beispiel gehen sehr vorsichtig vor, ja fast schon ängstlich, wohingegen die orientalischen Wachen mit besonders schnellen Kombos auftrumpfen. Doch es gibt im späteren Verlauf des Spiels auch noch ganz andere Kaliber. Und zwar riesige Dämonen, die dank der sehr guten Texturen äußerst furchteinflössend aussehen und alles andere als leicht zu bekämpfen sind.

Aber nicht nur die Grafik ist sehr gut gelungen, auch der Sound kann durchaus auftrumpfen. Bei den Kämpfen wird dank der realistischen Schwertgeräusche eine sehr gute Atmosphäre aufgebaut. Auch die teilweise eingestreuten Sprachsamples tragen einiges zur düsteren und mysteriösen Stimmung bei. Doch was den Sound ganz besonders macht und ihn von vielen Spielen abhebt, ist die Musik. Für das Spiel wurde ein eigener Soundtrack aufgenommen und zwar zum Teil mit der Band “Within Temtation”. Dank dieser hervorragenden Musikuntermalung erreicht das Spiel die mysteriöse Atmosphäre, die es braucht.

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